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Neubau Rhein-Main-Hallen, Wiesbaden


Beschränkter Wettbewerb 2013: 4. Preis, Beauftragung nach VOF-Verfahren

Bauherr: TriWiCon - Eigenbetrieb für Messe, Kongress und Tourismus

Mitarbeit: Heinrich Großenbach, Fred Schott, Norman Berndt, Tilman Recken, Vjekolsav Buha, Marc Herbst, Philipp Sontach, Dana Halilovic,

               Frank Heinen, Victoria Zander, Yara Pavel, Karmen Pekcec, Sandrina Schliemann, Anna Kern


Architektonisches Konzept und städtebauliche Einbindung

Die Rhein-Main-Hallen sind nicht nur für die Kur- und Kongressstadt Wiesbaden sondern auch überregional ein Veranstaltungsort von herausragender Bedeutung. Das Kongresszentrum ist einer der zentralen öffentlichen Orte der Stadt. Es muss in seiner Gestaltung und Einbindung in den Stadtraum den „großen Bauten“ und dem genius loci der Kurstadt gerecht werden und gleichzeitig durch eine signifikante Erscheinung eine charakteristische Identität erlangen: Umlaufende, hohe Kolonnaden, durch die das Gebäude mit seiner unmittelbaren Umgebung verwoben ist, reagieren auf Kurhaus, Staatstheater und die Kolonnaden rund um das Bowling Green. Das Prinzip des Hauses ist das einer Schichtung: Der angrenzende öffentliche Raum – sei es der Vorplatz oder der Park – findet eine Fortsetzung in den Kolonnaden, geht über in die Foyerzonen und von dort in die Veranstaltungshallen. Ein spannungsreicher Wechsel von Transparenz, gegliederten, offenen und raumabschließenden Elementen verleiht dem großen Baukörper eine Leichtigkeit und markante Anmutung. Mit  hochwertigen Materialien in warmen Gelb- und Beige-Tönen sucht das neue Kongresszentrum einen würdevollen Auftritt in der Nachbarschaft von Museum und Ministerien. Das gewählte Fassaden- und Ordnungsprinzip erlaubt eine vierseitig ähnliche Ausbildung.


Eine wesentliche Qualität für die Integration des großen Kongresszentrums in das Stadtgefüge ist die Trennung des Baukörpers in zwei Teile mittels eines öffentlichen Durchganges. Städtebaulich reagiert dadurch das Kongresszentrum auf die Nahtstelle zwischen Historischem Fünfeck und Villengebiet.

Die denkmalgeschützte Herbert-Anlage wird nicht nur erhalten, sondern um eine beträchtliche Grünfläche erweitert. Diese Erweiterung bildet auf der Westseite eine attraktive Vorzone vor den geöffneten Foyerflächen der Halle 2 und den Sälen 1+2. Gleichzeitig zeigt sich das neue Kongresszentrum am Bahnhof ankommenden Reisenden auch aus dieser Richtung von seiner besten Seite. An der Süd-Ost-Ecke wird das Volumen der Halle im Erdgeschoss aufgelöst durch eine weitere Kolonnade, die den Haupteingang zur Halle 2 und zum Restaurant repräsentativ überdacht aufgelöst, und im Obergeschoss plastisch gegliedert durch eine loggienartige Terrasse, die dem Foyer der kleineren Säle vorgelagert ist.


Fassade und Materialität

Die Struktur und tektonische Gliederung bestimmen die Baukörper. Großformatige Glasflächen, Naturstein und mit Natursteinzuschlag veredelte Sichtbetonflächen sowie die Holzverkleidungen der Saalwände definieren die wesentliche Materialität des neuen Kongresszentrums. Die raumabschließenden Fassaden bestehen aus anthrazitfarbenen Metall-Glas-Elementen die zwischen tragende Pfeiler gesetzt sind. Die Pfeiler zeigen nach außen eine hinterlüftete, wärmegedämmte Steinverkleidung, nach innen die verputzte oder GK-verkleidete Tragstruktur. Alle Glieder der Kolonnade – Sockel, Säule und Dach – sind Sichtbetonfertigteile, die durch einen Natursteinzuschlag und eine zusätzliche Oberflächenaufrauhung der Anmutung des Natursteins sehr nahe kommt.